innovation.

Wie stehen Sie zum Thema Innovation und Beratung, das ist doch aktuell sehr populär?

Der Ruf nach „erfolgreicher Innovation“ ist leider inzwischen ein Buzzword. Unternehmen waren von jeher angehalten, innovativ und wettbewerbsgerecht zu agieren - schlechte Produkte sind selten nachhaltig und verkaufen sich nicht gut.

Durch die exponentielle technologische Entwicklung stehen wir aber aktuell einer besonderen Herausforderung gegenüber, die wir Menschen nicht erfassen können und uns aber mit all ihren Vor- und Nachteilen tagtäglich auseinandersetzen müssen - ob wir wollen oder nicht. So werden gewohnte Märkte und Prinzipien in Frage gestellt, das zieht oft disruptive Veränderungen nach sich. Um dieser rasanten Entwicklung folgen zu können, sind heute Unternehmen angehalten, tradierte Prinzipien schneller zu überprüfen und zu hinterfragen. Der Hilferuf nach umfänglichen Innovationen häuft sich somit immer mehr. Dies gilt für neue Produkte und Services ebenso wie für neue Marken und Unternehmensabläufe.

Gibt es dafür eine Lösung? Wie machen Sie das?

Wir als Business-Designer haben gelernt, dieser Situation mit unserer CESAR Methodik zu begegnen. Primäres Ziel dieser Methodik ist es, aufbauend auf einem präzisen und umfassenden Verständnis des zu thematisierenden Kontextes, einen Bedarf zu identifizieren und diesen mittels innovativer Lösungen moderiert und strukturiert zu decken. Dabei wird in besonderem Maße eine Einbeziehung aller relevanten Akteure bzw. Abteilungen eines Kontextes angestrebt. Somit schaffen wir es, das Kerngeschäft zu festigen aber auch Impulse zu finden, die in neuen Geschäftsfeldern für Wachstum sorgen.

Was qualifiziert Sie hierfür; ist das nicht auch die Kernkompetenz klassischer Unternehmensberatungen?

In diesem Bereich gibt es in den letzen zehn Jahren Bewegung. Die tradierten Beratungsagenturen, die vorrangig ihren Ursprung in den Wirtschaftswissenschaften und Marketingdisziplinen haben, merken auch, dass klassische und über Jahrzehnte eingeschliffene Beratungsprozesse den zu beratenden Unternehmen nicht mehr reichen. Die Unternehmen sind gerade hier selbst inzwischen sehr leistungsstark aufgestellt. Gesucht werden zunehmend Menschen, die eine neue agile Methodenkompetenz mitbringen, um Geschäftsfelder zu festigen oder neue zu schaffen.

Die etablierten Designagenturen liefern hier genau die fehlende Kompetenz, da sie diese aktuell gefragte Methodenkomepetenz miterfunden haben und seit Jahrzehnten diese als Beratungswerkzeuge einsetzen (z.B. DesignThinking, HCD) und im gleichen Klientenumfeld operativ tätig sind.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das Recrutingthema von qualifizierten Mitarbeitern hier zunehmend eine Rolle spielt und beide Systeme im gleichen Becken fischen. Somit erklärt sich mitunter auch, warum in den letzten Jahren so viele Beratungs- mit Designagenturen fusionieren. (Accenture/ BCG / ...)

Es gibt einige Modelle - da sind Sie auch nicht alleine, wodurch setzen Sie sich mit Ihrem Ansatz ab?

Unsere Methodik ist kein rein therotisches Modell, sondern basiert auf einer sehr langen Entwicklungs-, Anwendungs- und Optimierungserfahrung im professionellen Unternehmensumfeld. Wir konnten auf der einen Seite die gewonnenen Erkenntnisse wissenschaftlich weiter verfeinern, andererseits aber auch gleich die Wirkung im Praxisumfeld testen - somit hat sich inzwischen ein sehr leistungsfähiges Toolsetting gebildet. Neben diesem Nutzen für unsere Kunden liegen die Stärken der CESAR Methodik darin, dass es sich nicht um einen linearen Prozess handelt, sondern um eine flexibel und individuell anpassbare Systematik, die zu „belastbaren“ Entscheidungen führt - diese nennen wir Fokuspunkte. Dieser Entscheidungsprozess ist ein zentrales Element dieser Methodik, da hier die diversen, oftmals sehr widersprüchlichen Positionen aufeinanderprallen. Unsere Stärke liegt hierbei darin, diese aufzufangen und zu einem gemeinsamen Ziel zu formen. Somit schaffen wir es, unterschiedliche Ebenen (Unternehmensbereiche) zu verknüpfen und die Innovationen und Innovationsprozesse zu implementieren. Dies konnten wir in den letzten Jahren erfolgreich belegen.

Wie agieren Sie - ist das immer gleich?

Grundsätzlich orientieren wir uns an einem klassischen Entwicklungsprozess, der sich in die Phasen Motivation, Recherche, Analyse, Innovation, Definition und Realisation gliedert.

Dieses Grundschema liegt in den meisten Fällen zugrunde, wird aber je nach Anforderung individuell angepasst und ist nicht linear. Aktuell haben sich zwei verschiedene Projektvarianten ausgeprägt, die sich abhängig von der Ausgangslage der Kunden ableiten lassen:

• Innovieren und Implementieren

• Neues Produkt oder Service entwickeln

Wie zuvor schon angesprochen, versuchen wir mit unserer CESAR-Methodik die Projekte zu strukturieren und somit die Grundlage in der Recherche- und Analysephase zu schaffen. Dies geschieht in Form vom Interviews, Fragebögen und einem Brett-Spiel, mit dem wir gemeinsam mit dem Kunden spielerisch die Painpoints herausarbeiten und festhalten. Unser Analyse-Team arbeitet daraufhin die Fokuspunkte aus und schafft somit die Grundlage für den Projektfortgang, der einen strukturierten Innovationsprozess implementieren oder begleiten kann oder auch zu einer konkreten Umsetzung einer bestimmten Aufgabe (Produkt oder Service) führt.

Haben SIe sich auf bestimmte Branchen spezialisiert?

In den letzten Jahren haben wir vorrangig Projekte im Bereich der Medizintechnik sowohl für größere als auch mittelständische Unternehmen realisieren können, aktuell bauen wir unsere Kompetenz im Sondermaschinen- und Anlagenbau aus. Unser Toolset ist aber branchenunabhängig und letztendlich stellen wir uns jeder neuen Herausforderung.

Als An-Institut genießen wir das Privileg, dass die Hochschule vertraglicher Partner (Satzung) unserer Gesellschaft ist, wir aber unabhängig das wirtschaftliche Risiko tragen. Somit sind wir schnell und wettbewerbsfähig und fördern u.a. auch den Praxisbezug der Hochschule. Diese Allianz bietet uns die Optionen auf die räumlichen und personellen Strukturen der Hochschule in Form von Werkstätten und Studierenden zurückzugreifen, die uns bei Recherchen, User Experience Analyse und Workshops unterstützen.

Sie sind ein Institut, das eng mit der Hochschule Darmstadt verbunden ist, worin liegen hier die Vorteile?